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Welche Art Führungskraft möchte ich sein?

Viele Ratgeber erklären, wie „gute" Führung auszusehen habe – doch Führung ist kontextabhängig und persönlich. Statt einem dogmatischen „So musst du führen" laden wir Sie ein, sich selbst zu fragen: Welche Art Führungskraft möchte ich sein?

In diesem Artikel erhalten Sie Denkanstöße und praktische Hilfestellungen, um Ihre eigenen Werte und Stärken zu klären. Am Ende finden Sie einen interaktiven Selbstcheck, der Ihre Führungspräferenzen sichtbar macht, sowie ein Worksheet zur vertiefenden Reflexion.

Vision
Kreativ · Vorausschauend · Experimentierfreudig
Übertreibungsfalle: Ideen bleiben abstrakt; Umsetzung und Stakeholder-Mitnahme hinken hinterher.
Analyse
Struktur · Fakten · Sorgfalt · Qualität
Übertreibungsfalle: Zögerlichkeit / „Analysis-Paralysis"; Innovationsgeschwindigkeit leidet.
Präsenz
Nähe · Zuhören · Beziehung · Orientierung
Übertreibungsfalle: Harmoniebedürfnis verzögert Entscheidungen und Prioritäten.
Handeln
Drive · Tempo · Verantwortung · Momentum
Übertreibungsfalle: Andere fühlen sich „überrollt"; Reflexion und Abstimmung kommen zu kurz.

Niemand ist „nur" eine Richtung. Der Kompass lädt dazu ein, Stärken zu nutzen und bewusst Balance zu schaffen.

Warum lohnt sich die Auseinandersetzung?

  • Klarheit statt Kopfschütteln: Wer sein Leitbild kennt, entscheidet schneller und stimmiger.
  • Konsistenz statt Zufall: Ihr Team erkennt Muster in Ihrem Handeln – Vertrauen entsteht.
  • Wirkung statt Rolle: Sie führen authentisch, nicht nach Checkliste.

Führungskompass – Selbstcheck

16 Aussagen · Skala 1–5 · Skala: 1 = trifft nicht zu · 5 = trifft sehr zu · Ergebnis als Spinnennetz (Radar)
Fragebogen
Orientierung: 1 = trifft nicht zu · 5 = trifft sehr zu
Ergebnis
Bitte beantworten Sie alle Aussagen und klicken Sie auf Auswerten.

Ergebnis & Interpretation

Nutzen Sie Ihre Ergebnisse zur Reflexion: Wo konnten Sie Ihre dominante Richtung wirksam einsetzen? Wo sollten Sie eine weniger ausgeprägte Richtung stärken, um Balance herzustellen? Wie lassen sich Stärken nutzen, ohne in Übertreibungsfallen zu tappen?

Das Modell unterscheidet vier typische Team-Mischungen. Welche Mischung dominiert, hängt stark von der Zusammensetzung ab – zwei Orientierungen setzen sich meist durch und prägen das Klima.

Die Gemeinschaft
Nähe-Dauer-Teams: verbindlich, harmonisch, sehr zuverlässig.
Die Truppe
Dauer-Distanz-Teams: strukturiert, sachorientiert, rollenbewusst.
Der Haufen
Distanz-Wechsel-Teams: kreativ, unkonventionell, mitunter sprunghaft.
Das Team
Nähe-Wechsel-Teams: lebendig, ideenreich, beziehungsorientiert.

Leitbild entwickeln – in drei Schritten

Die Formulierung Ihres persönlichen Leitbilds ist der Kern dieses Artikels. Das Worksheet unterstützt Sie dabei, diese Schritte strukturiert zu durchlaufen und sofort in die Praxis zu übertragen.

1
Werte klären
Zehn Werte notieren, fünf Kernwerte auswählen und priorisieren – jeden Wert kurz definieren und seinen Einfluss auf Ihr Führungsverhalten festhalten.
2
Stil spiegeln
Kompass-Profil betrachten und Stärken sowie Übertreibungsfallen in den vier Richtungen notieren – entscheiden, wo Sie gezielt ausbalancieren möchten.
3
Leitbild formulieren
Werte, Vision, Purpose und Prinzipien zu einem kurzen Leitbild-Satz verknüpfen – das Worksheet-Canvas hilft beim Ordnen der Bausteine.

Micro-Impulse: Vom Leitbild zur Umsetzung

Das Worksheet enthält einen 2-Wochen-Plan: Für jede Aktion halten Sie fest, was Sie tun möchten, wann Sie es tun werden, und woran Sie Ihren Fortschritt erkennen.

Beispiele für Mikro-Experimente:

  • Vision stärken: Wöchentlich 30 Minuten ein „Zukunftsfenster” einplanen, um Trends zu erkunden und kleine Experimente abzuleiten.
  • Präsenz stärken: Regelmäßige 1:1-Check-ins mit drei kurzen Fragen: Wie geht’s? Was blockiert? Was brauchst du von mir?
  • Handeln stärken: Für komplexe Themen eine Timebox (z. B. 45 Minuten) setzen, eine Entscheidung treffen und einen Mini‑Pilot starten.
  • Analyse stärken: Einen Entscheidungs-SLA entwickeln: Daten prüfen, ein Risiko benennen – und dann entscheiden.

Durch die strukturierte Erfassung im Worksheet werden diese Impulse zu konkreten, messbaren Experimenten – und nicht bloß gute Vorsätze.

Team-Dialog: Reflexion im Austausch

Nachdem Sie Ihr Leitbild und die ersten Micro-Schritte festgehalten haben, tauschen Sie sich im Team oder mit Kolleg:innen aus. Fünf Leitfragen dazu im Worksheet:

  • Wo wirken wir bereits konsistent – und wodurch?
  • Welche Richtung übertreiben wir manchmal – mit welcher Nebenwirkung?
  • Was wäre eine mutige, kleine Veränderung für die nächsten zwei Wochen?
  • Welche Grenzen & Prioritäten geben uns Orientierung?
  • Woran merken andere, dass sich etwas verbessert hat?
Die Kombination aus Leitbild-Canvas, 2-Wochen-Plan und Team-Dialog schafft einen roten Faden: von Werten über Stil und Leitbild bis hin zu konkreten Experimenten und dem Austausch im Team – alles in einem Dokument.

Selbstreflexion to go – das Führungs-Worksheet

Das Worksheet bündelt alle Schritte: Leitbild-Canvas, 2-Wochen-Plan und Team-Dialog-Fragen in einem Dokument – für sofortige Umsetzung nach der Lektüre.

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